Zuletzt geprüft: 6. Juni 2026
Krisennummer 113 – Hilfe für Betroffene und Angehörige
Die geplante 113 soll Menschen in psychischen Krisen und ihren Angehörigen schnelle Hilfe bieten. Sie ist noch nicht erreichbar. Hier finden Sie geprüfte Anlaufstellen, die schon heute da sind – rund um die Uhr, kostenlos, anonym.
Akute Lebensgefahr?
Wenn für Sie oder eine andere Person unmittelbare Gefahr besteht, zögern Sie nicht:
Hilfe, die schon heute erreichbar ist
Solange die 113 nicht verfügbar ist, sind das verlässliche Anlaufstellen – kostenlos, auf Wunsch anonym, zuletzt am 6. Juni 2026 überprüft.
Mit festen Zeiten erreichbar
Für Angehörige und Betroffene
Wenn ein nahestehender Mensch in einer psychischen Krise ist, fühlen sich Angehörige oft hilflos und überlastet. Die geplante 113 soll ausdrücklich auch sie unterstützen. Bis dahin gilt: Sie sind nicht allein, und es gibt konkrete Schritte, die helfen.
Was Sie tun können
- Bleiben Sie ruhig und hören Sie aktiv und ohne Wertung zu.
- Nehmen Sie Suizidgedanken immer ernst – sprechen Sie sie offen an.
- Bieten Sie an, gemeinsam Hilfe zu suchen oder einen Krisendienst anzurufen.
- Bei akuter Gefahr: 112 wählen und klar sagen, dass es ein psychischer Notfall ist.
- Achten Sie auch auf sich selbst – Sie dürfen sich Unterstützung holen.
Warnsignale erkennen
- Starker Rückzug, Hoffnungslosigkeit, Äußerungen von Ausweglosigkeit
- Plötzliche Ruhe nach einer sehr belastenden Phase
- Verschenken persönlicher Dinge, Abschiednehmen
- Direkte oder angedeutete Suizidgedanken
Was die 113 bewirken soll
Eine bundesweit einheitliche Krisennummer könnte die Versorgung von Menschen in psychischen Krisen spürbar verbessern. Erhofft werden vor allem:
Suizidprävention
Entlastung von Polizei & Rettungsdiensten
Weniger Stigma
Bessere Vernetzung
Regionale & weitere Hilfe finden
Regionale Krisendienste ändern ihre Nummern und Zeiten gelegentlich. Damit Sie immer an die aktuell gültigen Kontakte gelangen, verweisen wir auf die offiziellen, laufend gepflegten Verzeichnisse:
Krisendienste & Beratungsstellen in Ihrer Nähe
Verzeichnis der Stiftung Deutsche Depressionshilfe – nach Region durchsuchbar, stets aktuell.
Zum Krisendienst-Finder →BApK – Hilfe für Angehörige
Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen: SeeleFon, Beratung, regionale Gruppen.
bapk.de →Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
Vermittelt Kontakte zu Beratungs- und Hilfestellen für Betroffene und Angehörige bundesweit.
Hilfsangebote ansehen →TelefonSeelsorge – auch Chat & Mail
Neben dem Telefon (24/7) gibt es kostenlose Beratung per Chat und E-Mail.
telefonseelsorge.de →krisenchat – für junge Menschen bis 25
Kostenlose, anonyme Krisenberatung per Chat, rund um die Uhr.
krisenchat.de →[U25] – Online-Suizidprävention
Anonyme Mailberatung der Caritas für junge Menschen unter 25 in (suizidalen) Krisen.
u25-deutschland.de →Häufige Fragen zur Krisennummer 113
Ab wann kann ich die 113 anrufen?
Noch nicht. Laut Suizidpräventionsgesetz soll bis zum 30. Juni 2026 zunächst ein Konzept fertiggestellt sein. Die tatsächliche Einrichtung und Aktivierung der Nummer erfolgt erst danach – realistisch zwischen 2027 und 2028. Ein genauer Starttermin ist noch nicht bekannt.
Macht die 113 andere Beratungstelefone überflüssig?
Nein. Die 113 soll als zentrale, leicht merkbare Anlaufstelle dienen, bewährte Dienste wie die TelefonSeelsorge aber nicht ersetzen. Sie ist als Dachstruktur gedacht, die bei Bedarf an spezialisierte Angebote weitervermittelt. Alle etablierten Angebote bleiben bestehen.
Kann ich die 113 kontaktieren, wenn ein Angehöriger Hilfe braucht?
Ja, ausdrücklich. Die 113 ist auch für Angehörige, Freunde und Bezugspersonen gedacht, die sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen machen. Die Mitarbeitenden sollen auch beraten, wie man Betroffene unterstützt. Schon heute hilft dabei das SeeleFon des BApK.
Was wird ein Anruf bei der 113 kosten?
Voraussichtlich nichts. Der Anruf soll – unabhängig von Festnetz oder Mobiltelefon – komplett kostenfrei sein. Die Finanzierung soll über öffentliche Mittel von Bund und Ländern erfolgen.
Wie steht es um den Datenschutz?
Anonymität soll oberste Priorität haben. Nach den bisherigen Plänen werden Gespräche nicht aufgezeichnet, die Beratung erfolgt anonym, und es werden nur anonymisierte Daten zu statistischen Zwecken erfasst. Die endgültigen Regelungen legt das Konzept fest.
Wird es die 113 auch als Chat oder Video geben?
Perspektivisch ja. Neben dem Telefon sind später Chat- und Videoangebote sowie eine Anbindung an die Notruf-App „nora“ vorgesehen. Wer schon heute lieber schreibt, findet Chat-Angebote z. B. bei der TelefonSeelsorge oder bei krisenchat.
Wo finde ich heute schon Hilfe?
Bei akuter Lebensgefahr über 112 (Rettungsdienst) oder 110 (Polizei). Für ein Gespräch rund um die Uhr über die TelefonSeelsorge (0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123). In Bayern landesweit über die Krisendienste Bayern (0800 655 3000). Für Angehörige über das SeeleFon des BApK.
Ist eine psychische Krise ein Notfall?
Ja. Eine psychische Krise verdient die gleiche Aufmerksamkeit wie ein körperlicher Notfall. Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein mutiger und wichtiger Schritt.
Quellen & weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Gesundheit – Suizidprävention
- Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
- BApK – Angehörige psychisch erkrankter Menschen
- TelefonSeelsorge Deutschland
Diese Seite ist ein unabhängiges Informationsangebot und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Alle Telefonnummern werden regelmäßig überprüft; maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Anbieter.